Was Influencer-Managements leisten und wie Marken mit ihnen arbeiten
Welche Aufgaben Influencer-Managements übernehmen, wie die Zusammenarbeit mit Marken abläuft und worauf beide Seiten achten sollten.
Ab einer gewissen Kanalgröße verhandelst du bei einer Kooperation selten mit dem Creator selbst. Deine Anfrage landet bei seinem Management, und dort beantwortet jemand jede Woche Dutzende solcher Anfragen. Für die Zusammenarbeit ist das meist ein Gewinn. Du solltest nur wissen, wessen Interessen die Person am anderen Ende vertritt.
Was ein Management für Creator übernimmt
Ein Influencer-Management ist die geschäftliche Vertretung eines Creators. Es sichtet eingehende Anfragen, verhandelt Honorare, prüft Verträge, stellt Rechnungen und koordiniert Termine. Viele Managements beraten darüber hinaus strategisch, etwa bei der Positionierung, beim Start auf einer neuen Plattform oder bei eigenen Produkten.
Bezahlt wird das in der Regel über eine prozentuale Beteiligung am Honorar. Das Management verdient also nur, wenn der Creator verdient, und hat damit denselben Anreiz: möglichst gut bezahlte, möglichst langfristige Deals.
Die Bindung ist unterschiedlich eng. Manche Managements vertreten ihre Creator exklusiv und wickeln jede Kooperation ab. Andere vermitteln einzelne Deals, während der Creator weiter selbst Anfragen annimmt.
Management, Agentur oder Netzwerk: wer für wen arbeitet
Im Markt laufen drei Rollen unter ähnlichen Namen, obwohl sie gegensätzliche Interessen vertreten.
Das Influencer-Management arbeitet für den Creator. Sein Auftrag ist, für ihn das beste Honorar und die besten Konditionen herauszuholen.
Die Influencer-Marketing-Agentur arbeitet für dich als Marke. Sie plant Kampagnen, wählt Creator aus und verhandelt in deinem Auftrag mit den Managements.
Dazwischen stehen Netzwerke und Booking-Agenturen, die einen festen Pool an Creatorn vermarkten. Sie treten gegenüber Marken wie ein Dienstleister auf, verdienen aber am Abschluss mit den eigenen Creatorn.
Für dich heißt das: Wenn dir ein Management einen Creator vorschlägt, bekommst du ein Verkaufsgespräch. Das ist legitim, du solltest es nur nicht mit neutraler Beratung verwechseln.
So findest du das Management hinter einem Creator
Der schnellste Weg ist die Bio. Viele gemanagte Creator verlinken dort eine Business-Mail oder nennen ihr Management direkt, oft abgekürzt als „Mgmt".
Der zuverlässigste Weg ist das Impressum. Gewerblich tätige Creator sind in Deutschland impressumspflichtig, und bei gemanagten Creatorn steht dort häufig die Anschrift des Managements statt der eigenen.
Falls ein Creator eine Kontaktadresse verlinkt hat, zeigt Nindo sie gesondert im Profil an. Bei gemanagten Creatorn ist das meist die Adresse, unter der Kooperationsanfragen landen sollen.
Für die erste Nachricht gelten dieselben Regeln wie beim Kontakt mit dem Creator direkt, zusammengefasst in unserem Leitfaden zum Anfragen von Influencer-Kooperationen.
Verhandeln mit einem Management
Mit einem Management verhandelst du schneller und sauberer als mit den meisten Creatorn direkt. Antworten kommen zu Bürozeiten, Verträge und Rechnungen sind Standard, und Rückfragen beantwortet jemand, dessen Job das ist.
Gleichzeitig sitzt dir jemand gegenüber, der diese Verhandlung jede Woche führt. Managements bündeln gern mehrere Formate oder Kanäle zu Paketen, und im Honorar ist ihre Provision eingepreist. Beides ist üblich. Rechne ein Paket deshalb pro Format nach, statt nur den Gesamtpreis zu bewerten. Vergleichswerte dafür liefert unser Überblick zu TKP und CPM im Influencer Marketing.
Die Zahlen, mit denen das Management argumentiert, kommen aus dem Mediakit. Das stellt die Seite zusammen, die am Abschluss verdient. Meist stimmen die Werte, sie zeigen aber die beste Sicht: der stärkste Case, der günstigste Zeitraum.
Mit Nindo prüfst du diese Zahlen, bevor du zusagst. Die Kooperationshistorie zeigt, welche Marken ein Creator zuletzt beworben hat und ob daraus langfristige Partnerschaften wurden oder einmalige Deals blieben. Der Est. Media Value schätzt den Werbewert seiner Beiträge aus der tatsächlichen Performance statt aus dem Mediakit.
Die Botting-Analyse weist dich auf auffällige Follower-Sprünge hin. Prüfe solche Sprünge vor der Zusage auf gekaufte Follower und Likes.
Wenn du selbst ein Management bist
Dieselben Daten funktionieren in beide Richtungen. Als Management vermarktest du deine Creator mit den Zahlen, mit denen Marken sie ohnehin prüfen: Kooperationshistorie, Engagement-Werte und Zielgruppendaten aus derselben Quelle. Ein Mediakit, dessen Zahlen die Gegenseite nachvollziehen kann, verkürzt jede Verhandlung.
Praktisch sieht das so aus: Du legst deine Creator in Nindo an, exportierst pro Kanal eine Sedcard als PowerPoint-Datei und hinterlegst verhandelte Raten und AnsprechpartnerInnen als eigene Felder direkt am Kanal. Beim nächsten Pitch ist die Unterlage aktuell, statt auf dem Stand vom letzten Quartal.
