Influencer Marketing auf Instagram: Formate, Auswahl und Messung
Wie Creator-Kampagnen auf Instagram funktionieren: Feed, Reels und Stories im Vergleich, dazu Auswahlkriterien und Messung.
Instagram ist für Kampagnen drei Plattformen in einer. Ein Reel kann über den Empfehlungsalgorithmus ein Vielfaches der Followerschaft eines Creators erreichen. Ein Feed-Post wird dagegen überwiegend den eigenen Followern ausgespielt, und eine Story ist nach 24 Stunden verschwunden.
Behandelst du die drei Formate gleich, buchst du Reichweite am falschen Ort oder misst am Ende Zahlen, die nichts über dein Kampagnenziel aussagen. Deshalb beginnt die Planung nicht beim Creator, sondern beim Format.
Feed, Reels und Stories im Vergleich
| Format | Wen es erreicht | Lebensdauer | Typische Rolle in Kampagnen |
|---|---|---|---|
| Feed-Post | die eigene Followerschaft, Profil-BesucherInnen | dauerhaft im Profil | Vertrauen, bleibende Sichtbarkeit |
| Reel | über Empfehlungen auch Nicht-Follower | dauerhaft im Profil | Reichweite über den Kanal hinaus |
| Story | die aktivsten Follower | 24 Stunden | Klicks und Abverkauf über den Link |
Reels sind Hochformat-Videos, die Instagram im August 2020 als Antwort auf TikTok eingeführt hat. Ihre Reichweite hängt von allen drei Formaten am wenigsten an der Follower-Zahl: Der Algorithmus spielt sie im Reels-Tab und auf der Explore-Seite auch NutzerInnen aus, die den Kanal nicht kennen. Ein Reel kann deshalb weit über die Followerschaft hinausgehen oder deutlich darunter bleiben.
Stories gibt es seit August 2016. Sie erreichen vor allem die Follower, die den Kanal ohnehin aktiv verfolgen, und genau das macht sie für Kampagnen wertvoll: Der Link-Sticker ist auf Instagram der direkteste Weg, NutzerInnen in einen Shop zu führen. In Feed-Captions sind Links nicht klickbar.
Feed-Posts bleiben dauerhaft auf dem Profil stehen. Wer den Creator erst Monate später entdeckt, sieht die Kooperation noch im Grid. Ein Feed-Post arbeitet also länger als jedes andere Format, wird dafür aber kaum über die bestehende Followerschaft hinaus ausgespielt.
Welches Format für welches Ziel
Für Awareness buchst du Reels. Der Empfehlungsalgorithmus spielt sie auch Menschen aus, die den Creator und deine Marke noch nicht kennen.
Sollen NutzerInnen klicken und kaufen, ist die Story das richtige Format. Der Link-Sticker führt direkt in den Shop, und ein Rabattcode macht die Verkäufe dem Creator zuordenbar. Dass Stories nur die treuesten Follower erreichen, ist hier kein Nachteil: Genau dieses Publikum vertraut der Empfehlung am ehesten.
Der Feed-Post passt zu erklärungsbedürftigen Produkten und langfristigen Partnerschaften, weil die Kooperation sichtbar im Profil bleibt. Oft ist die Kombination sinnvoll: ein Reel für die Reichweite, dazu Stories mit Link für den Abverkauf.
Die Creator-Auswahl
Die schnellste Prüfung ist die Engagement Rate, also Likes und Kommentare bezogen auf die Follower-Zahl. Ohne Vergleichswert sagt sie allerdings wenig.
Aus unserer Datenbank, berechnet über eine Stichprobe von rund 23.000 Instagram-Kanälen (Datenstand: Juli 2026): Bei Reels fällt die durchschnittliche Rate von 4,0 % bei Nano-Kanälen über 1,9 % bei Micro und 1,4 % bei Macro auf 1,2 % bei Mid-Kanälen. Bei Feed-Posts ist das Gefälle flacher, 1,4 % bei Nano gegenüber 0,8 % bei Macro.
Bewerte eine Engagement Rate deshalb immer anhand der Größenklasse des Kanals. Kleinere Accounts liegen in der Regel höher als große.
Eine überdurchschnittliche Rate ist außerdem kein Gütesiegel, denn Likes lassen sich kaufen wie Follower. Ein Blick auf den Follower-Verlauf entlarvt gekaufte Follower zuverlässiger als jede Rate.
Bleibt die Frage, die in jedem Meeting kommt: Erreicht der Kanal überhaupt deine Zielgruppe? Die Demografie-Angaben im Mediakit sind selbst gemeldet und oft veraltet. Prüfe die Zielgruppe des Kanals unabhängig, bevor du buchst.
Die Messung nach dem Posting
Instagram zeigt dir als buchender Marke nur einen Teil der Zahlen. Bei Reels sind die Views öffentlich, bei Feed-Posts Likes und Kommentare. Die Reichweite eines Feed-Posts und sämtliche Story-Zahlen existieren dagegen nur in den Insights des Creators. Der Standardprozess ist deshalb: Der Creator schickt Screenshots.
Das hat zwei Schwächen. Screenshots kommen, wann der Creator Zeit hat, und in der Form, die er wählt. Und Stories sind nach 24 Stunden weg: Geht der Beitrag am Samstagabend live, sichert jemand aus deinem Team die Story am Wochenende vom Handy aus, bevor sie verschwindet.
Das Kampagnen-Tracking in Nindo erkennt Beiträge automatisch über Keywords und Mentions, Stories eingeschlossen, und aktualisiert die Kennzahlen bis zu alle 30 Minuten. Für Stories siehst du eine geschätzte Reichweite, berechnet aus der tatsächlichen Performance des Kanals.
Häufige Fragen
Wie lang darf ein Instagram Reel sein?
Direkt in der App lassen sich Reels bis zu drei Minuten aufnehmen. Deutlich längere Videos kannst du aus der Galerie hochladen. Instagram rollt neue Limits schrittweise aus, die Grenzen können sich deshalb von Konto zu Konto unterscheiden.
Seit wann gibt es Reels und Stories?
Stories hat Instagram im August 2016 eingeführt. Reels folgten im August 2020, als Antwort auf den Aufstieg von TikTok.
Was unterscheidet ein Reel von einer Story?
Die Ausspielung und die Lebensdauer. Ein Reel bleibt auf dem Profil und wird auch Nicht-Followern empfohlen. Eine Story verschwindet nach 24 Stunden und erreicht fast nur die eigene Followerschaft, dafür mit klickbarem Link.
Was kostet ein gebuchter Beitrag auf Instagram?
Feste Listenpreise gibt es nicht, die Preise verhandelst du pro Creator. Vergleichbar werden Angebote über den TKP, also den Preis pro tausend erreichte Kontakte.
