TKP und CPM im Influencer Marketing: Berechnung, Vergleich und Grenzen
Was TKP und CPM im Influencer Marketing aussagen, wie du sie berechnest und mit welchen Werten du Creator-Preise realistisch vergleichst.
Wofür TKP und CPM stehen
TKP steht für Tausend-Kontakt-Preis: der Betrag, den du zahlst, damit ein Werbebeitrag tausend Kontakte erreicht. CPM ist die englische Bezeichnung derselben Kennzahl (Cost per Mille). Beide meinen denselben Wert und werden identisch berechnet.
Im Influencer Marketing macht der TKP Angebote vergleichbar, die auf den ersten Blick nichts miteinander zu tun haben. Ob ein Creator 800 € oder 8.000 € pro Beitrag verlangt, sagt für sich genommen wenig. Erst der Preis pro tausend erreichte Kontakte zeigt, welches Angebot effizienter ist.
So berechnest du den TKP
Die Formel braucht zwei Werte: die Kosten der Zusammenarbeit (Honorar plus Nebenkosten wie Produkte oder Versand) und die Reichweite des Beitrags.
Ein Beispiel: Ein Reel kostet dich 1.500 € und erreicht 120.000 Views.
Die Rechnung funktioniert auch rückwärts. Nennt dir ein Creator einen TKP, ergeben sich deine Gesamtkosten aus:
Bei einem TKP von 30 € und erwarteten 80.000 Views wären das 2.400 €.
Follower, Views oder Impressionen?
Die Formel ist trivial. Entscheidend ist, welche Zahl du als Reichweite einsetzt, denn genau an dieser Stelle gehen Rechnungen auseinander.
Auf Follower gerechnet wirkt fast jedes Angebot günstig, weil nie alle Follower einen Beitrag sehen. Ein Kanal mit 500.000 Followern, dessen Reels im Schnitt 60.000 Views erreichen, kommt bei 1.500 € Honorar auf einen Follower-TKP von 3 € und einen View-TKP von 25 €. Dieselbe Kooperation, Faktor acht Unterschied.
Rechne deshalb auf tatsächlich erreichte Kontakte: die durchschnittlichen Views oder Impressionen vergleichbarer Beiträge statt der Follower-Zahl aus dem Mediakit. Und egal welche Basis du wählst, sie taugt nur, wenn sie echt ist. Wie du gekaufte Follower und Likes erkennst, haben wir separat aufgeschrieben.
CPM-Richtwerte pro Format
Feste Marktpreise gibt es nicht. TKPs unterscheiden sich nach Plattform, Format, Nische und Verhandlungsposition. Als Ausgangspunkt taugen die Standardwerte, mit denen Nindo den Est. Media Value eines Beitrags berechnet (Stand: Juli 2026):
| Format | Standard-CPM |
|---|---|
| Instagram Post | 22,50 € |
| Instagram Reel | 35,00 € |
| Instagram Story | 30,00 € |
| TikTok | 35,00 € |
| YouTube Video | 50,00 € |
| YouTube Shorts | 40,00 € |
Die Werte beziehen sich auf tatsächlich erreichte Kontakte, nicht auf Follower, und lassen sich in Nindo an deine eigenen Erfahrungswerte anpassen. Ein Creator, dessen Publikum genau deine Zielgruppe trifft, kann deutlich darüber liegen und trotzdem ein gutes Geschäft sein. Umgekehrt rechtfertigt ein breites Millionenpublikum niedrige TKPs nicht automatisch.
Was der TKP nicht misst
Der TKP bewertet den Einkaufspreis von Reichweite, nicht ihre Wirkung. Ob die erreichten Personen zu deiner Zielgruppe gehören, ob sie mit dem Inhalt interagieren und ob am Ende jemand kauft, beantworten andere KPIs im Influencer Marketing.
Ein niedriger TKP kann deshalb die teurere Wahl sein, wenn er die falschen Leute erreicht. Für die Bewertung nach der Kampagne brauchst du Kennzahlen wie ROI und Earned Media Value, die Kosten gegen Ergebnisse stellen statt gegen Kontakte.
Mit belastbaren Zahlen verhandeln
In der Praxis scheitert eine saubere TKP-Rechnung selten an der Formel. Sie scheitert an der Reichweiten-Zahl: Das Mediakit nennt 300.000 Follower, der aufgerufene Preis fühlt sich hoch an, und Vergleichswerte fehlen.
Nindo zeigt dir den Est. Reach und den Est. Media Value eines Kanals: Schätzungen aus seiner tatsächlichen Performance. Den CPM hinter dem Media Value stellst du auf deine eigenen Erfahrungswerte ein. So verhandelst du mit Zahlen aus der gemessenen Performance statt aus dem Mediakit und siehst vor der Zusage, ob der aufgerufene Preis zum realistisch erreichbaren Publikum passt.
