TikTok-Creator finden: Filter, Content-Fit und Audience-Prüfung

Wie du passende TikTok-Creator für deine Marke findest: Suchfilter, Content-Fit und die Prüfung der Audience vor der Anfrage.

TikTok selbst ist als Suchwerkzeug für Marken kaum zu gebrauchen. Die App sortiert alles für ZuschauerInnen, und so landest du bei den Namen, die der Algorithmus ohnehin allen zeigt. Wer so sucht, konkurriert mit allen anderen Marken um dieselbe Handvoll Creator.

Vor der Suche: das Anforderungsprofil

Bevor du das erste Profil öffnest, brauchst du drei Festlegungen: das Thema, das der Creator glaubwürdig besetzen soll, die Zielgruppe nach Alter, Geschlecht und Region, und die Reichweiten-Größenordnung, die zu deinem Budget passt.

Bei der Größenordnung führt dich die Instagram-Denkweise in die Irre. Auf TikTok entscheidet der For-You-Feed über jedes Video einzeln, Reichweite entsteht pro Beitrag und nicht pro Abo. Ein kleiner Kanal kann mit einem starken Video mehr Menschen erreichen als ein deutlich größerer mit seinem Durchschnitts-Content.

Leg deine Zielgröße deshalb in durchschnittlichen Views pro Video fest statt in Followern. Was dir diese Reichweite wert sein darf, kannst du über den TKP herleiten, den wir in unserem Beitrag zu TKP und CPM im Influencer Marketing erklären.

Zur Einordnung zeigen die aktuellen Charts die deutschsprachigen Kanäle mit den meisten Views:

Wo du TikTok-Creator findest

Der naheliegende Weg ist die Suche in der App, über Hashtags und Suchbegriffe. Sie zeigt dir, welcher Content in deiner Nische gerade funktioniert, und dafür ist sie nützlich. Als Recherche-Werkzeug endet sie schnell: Es gibt keine Filter nach Kennzahlen oder Zielgruppe, und die Ergebnisse sind dieselben, die auch deine MitbewerberInnen sehen.

TikTok bietet mit dem Creator Marketplace, inzwischen Teil der Werbeplattform TikTok One, auch ein offizielles Verzeichnis an. Gelistet sind allerdings ausschließlich Creator, die dort angemeldet sind und Mindestgrenzen bei Followern und Aktivität erfüllen. Du durchsuchst also eine Vorauswahl, und wer nicht drinsteht, existiert für diese Suche nicht.

Der dritte Weg führt über die Nindo Discovery. Dort findest du TikTok-Kanäle unabhängig davon, ob ein Creator sich irgendwo eingetragen hat. Du filterst nach Kategorie und Sprache, setzt Mindestwerte für Views, Likes, Shares oder Kommentare pro TikTok und grenzt die Zielgruppe ein, etwa auf einen Mindestanteil in Deutschland. Ein Aktivitätsfilter sortiert Kanäle aus, deren letztes Video zu lange zurückliegt.

Falls ein Creator für dich schon gut funktioniert, ist die Lookalike-Suche die Abkürzung: Du gibst seinen Kanal vor und bekommst Kanäle mit ähnlichem Content und Publikum vorgeschlagen.

Content-Fit prüfen

Aus der Longlist wird eine Watchlist, indem du dir die Kanäle einzeln ansiehst. Wichtiger als die Frage, ob dir die Videos gefallen, ist der Anteil deines Themas am Gesamtkanal.

Ein Creator, der dein Thema nur alle paar Wochen bespielt, hat sein Publikum mit anderem Content aufgebaut, und genau dieses Publikum erreichst du dann. In unserer Datenbank bekommt ein Kanal eine Kategorie deshalb erst, wenn sie mindestens 30 Prozent seiner Beiträge ausmacht.

Der zweite Blick gilt den bisherigen Kooperationen. In Nindo zeigt dir die Kooperationshistorie, für welche Marken ein Creator zuletzt geworben hat, ob daraus langfristige Partnerschaften wurden und wie dicht die Werbeposts aufeinander folgen. Daraus liest du zwei Dinge ab: ob er bereits im Umfeld deiner MitbewerberInnen wirbt und ob sein Publikum an Werbung gewöhnt oder von ihr übersättigt ist.

Audience prüfen: die DACH-Falle

Auf TikTok sagt der Standort eines Creators wenig über sein Publikum. Virale Videos wandern über Ländergrenzen, und gerade Formate mit wenig Sprache sammeln Views aus Märkten, in denen deine Marke gar nicht kauft. Deutschsprachiger Content macht ein deutschsprachiges Publikum wahrscheinlicher, garantiert es aber nicht.

Deshalb gehört die Zielgruppen-Prüfung vor jede Anfrage. Nindo arbeitet dafür mit zwei Stufen. Für die Vorauswahl gibt es eine Prognose aus den Inhalten des Kanals, nach der du direkt filtern kannst, etwa nach Alter, Geschlecht oder dem Anteil des Publikums in Deutschland. Für die zwei, drei KandidatInnen, auf die es wirklich ankommt, lässt sich die Prognose über eine Stichprobe von bis zu 100.000 öffentlichen Follower-Profilen absichern.

Rote Flaggen vor der Anfrage

Zwei Prüfungen kosten dich in Nindo je einen Blick und ersparen dir die unangenehmsten Gespräche nach der Kampagne.

Die Botting-Analyse erkennt auffällige Follower-Sprünge und ordnet ihnen eine Ursache zu, etwa ein Gewinnspiel oder einen viralen Beitrag. Ein Sprung ohne erkennbare Ursache ist dagegen das klassische Muster gekaufter Follower und Likes.

Parallel klassifiziert Nindo die Beitragshistorie nach vier Brand-Safety-Risikokategorien: Drogen, Glücksspiel, Politik und Religion, Gewalt. Geflaggte Beiträge siehst du im Kanalprofil, bevor du buchst, und nicht erst, wenn deine Marke daneben steht.

Von der Watchlist zur Anfrage

Leg deine KandidatInnen zum Schluss in eine Watchlist. Ihre Kennzahlen werden dort automatisch aktuell gehalten, sodass die Zahlen noch stimmen, wenn die Kampagne Wochen später startet.

Formuliere anschließend die Kooperationsanfrage und halte die wichtigsten Vorgaben im Briefing fest. Der vollständige Auswahlprozess verbindet Recherche, Prüfung, Buchung und Reporting über alle Plattformen hinweg.

Tom Kühl

Tom Kühl

CTO

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